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Russische Kunst im Kunsthistorischen Museum // orf.at, 18.05.2009

 


Russische Kunst im Kunsthistorischen Museum
orf.at, 18.05.2009


Die Moskauer Stella Art Foundation präsentiert im KHM Arbeiten des Künstlerpaares Elena Elagina und Igor Makarevich. Sie werden zwischen den Klassikern von Albrecht Dürer bis Pieter Bruegel präsentiert und sie beziehen sich auch teilweise auf diese Werke.

Ein weißer "Mushroom Tower", also ein Pilzturm, steht mitten im Bruegel-Saal der Gemäldegalerie im Kunsthistorischen Museum. Die Skulptur von Igor Marakevich erinnert sofort an Pieter Bruegels "Turmbau zu Babel", und tatsächlich hängt der Klassiker aus dem 16. Jahrhundert daneben an der Wand. Das Gemälde habe ihm in seiner Komplexität immer schon Rätsel aufgegeben, erzählt Marakevich. Zugleich ist der Turm für ihn ein Symbol für die politische Unterdrückung, die er und seine Kollegen während der Sowjetherrschaft erdulden mussten.

"Zu Zeiten der Sowjetunion hatten wir kaum Zugang zu unseren westlichen Kollegen", erinnert sich Marakevich. "Wir wurden als ein Teil der Masse, ein Teil des Turms verstanden. Wir hatten kaum Information über die zeitgenössischen künstlerischen Strömungen im Ausland, und diese Strömungen wurden von unserer politischen Führung auch nicht geduldet. Aus dieser Unterdrückung heraus ist die Kunst, die aus dem russischen Konzeptualismus entstanden ist, zu verstehen.

Alte Meister als Lehrer
Ein positiver Aspekt am Verbot zeitgenössischer Strömungen sei gewesen, dass man sich vermehrt mit den klassischen Kunstepochen beschäftigt habe. Der Mangel an Lehrern habe es mit sich gebracht, dass man direkt von Bruegel, Rembrandt oder Dürer gelernt habe. "Die Grundlagen unserer Kunstwahrnehmung basierten rein auf der Klassik", so Marakevich. 2Man könnte fast sagen, Bruegel war und ist unser Unterbewusstsein."

Bilder, Skulpturen und Installationen des Künstlerpaares Igor Marakevich und Elena Elagina können daher in einen Austausch treten mit den Ikonen aus der Sammlung des Kunsthistorischen Museums. So variierte Marakevich etwa Gemälde von Braque und Rembrandt und bevölkerte sie mit Buratino, dem russischen Pendant zu Pinocchio.

Historische Figur Lepeshinskaya
Nicht nur Interventionen in konkrete Werke sind in der Ausstellung "In situ" zu sehen. Ein Schwerpunkt von Elena Elaginas Arbeiten etwa liegt in ihrer Auseinandersetzung mit Olga Lepeshinskaya, einer Pseudo-Wissenschaftlerin, die besonders von Stalin gefördert wurde. Ihre Thesen und Ideen waren utopisch und fast schon alchemistisch; so behauptete sie etwa, sie könne die Lebenserwartung der Menschen der Arbeiterklasse auf 150 Jahre anheben.

Elagina befasste sich künstlerisch mit dieser historischen Figur, indem sie deren Rolle einnahm und so etwa eine Wunderkammer mit medizinischen Instrumenten konstruierte. Für die Künstlerin ist Lepeshinskaya eine Symbolfigur für die Große Utopie. "Unter der Großen Utopie verstehen wir das ganze Leben in Russland im 20. Jahrhundert", erklärt Elagina. "Und natürlich sind wir ein Bestandteil dessen gewesen, wir sind ja ein Teil der russischen Gesellschaft. In der postsowjetischen Auseinandersetzung mit dem Zerfall dieser Utopie versuchen wir, einzelne Ideen herauszugreifen und uns mit ihnen auseinanderzusetzen, etwa pseudowissenschaftliche Thesen."

Sammlung Stella Art Foundation
Die etwa 50 Werke, die in der Ausstellung zu sehen sind, stammen aus der Sammlung der Moskauer Kunststiftung Stella Art Foundation. Erst im Oktober 2008 präsentierte die Stiftung im Kunsthistorischen Museum Werke aus ihrer Sammlung, es war ein Querschnitt russischer zeitgenössischer Kunst ab 1975.

Die 2004 gegründete Stiftung hat in den letzten Jahren begonnen, sich auf den russischen Konzeptualismus zu konzentrieren. Für Boris Manner, Kurator der Ausstellung "In situ", handelt es sich dabei um eine der prägendsten Bewegungen im Bereich der inoffiziellen Kunst.

Die kulturelle Lücke zwischen Ost und West im Bereich der zeitgenössischen Kunst zu füllen, dieser Aufgabe hat sich die Stella Art Foundation verschrieben - bisher mit einigem Erfolg. Die Ausstellung "In situ" im Kunsthistorischen Museum läuft bis 28. September.

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